Hörspiel live

Heute dachte ich, ich trau‘

mich mal an die Sportschau.

Als Kind brauchte ich dabei viel Geduld.

Heute ist sie für mich Kult.

So ändern sich die Zeiten und der Geschmack –

das hält mich auf Trapp.

Es ist ja nichts festgezurrt,

worüber ich gestern noch gemurrt

kann morgen schon mein neues Hobby sein.

Mit dieser Ansicht bin ich bestimmt nicht allein.

Und so hörte ich mal wieder Radio.

Die Sportschau macht mich immer froh.

Denn sie öffnet eine Quelle vielzähliger Emotionen,

welche in Sportreportern wohnen.

Weil eine Zeitspanne ihn so gequält,

hat ein Reporter leidenschaftlich erzählt:

„In dieser Zeit back‘ ich ein Brot,

wasch‘ mein Auto noch zur Not,

kaufe meiner Frau alles ein,

streichle meine Katze fein

und kaufe mir danach noch einen Hund…!!!“

Was war der Grund?

Der Schiedsrichter nahm es sehr genau.

Trug eine undurchsichtige Miene zur Schau.

Betrachtete fünf Minuten lang eine Scene von allen Seiten,

bevor er „Elfmeter!“ lies verbreiten.

Der ging dann, ich glaub‘ auch noch daneben

und war kein Segen.

Doch für mich tat es sich lohnen.

Ich badete in reichhaltigen Emotionen,

grinste über das ganze Gesicht

und hatte für heute eine Geschicht‘.

Wer gewann? Nicht wirklich wichtig.

Hauptsache wir am Radio lachten tüchtig.

Es sind ja nur Spiele,

das vergessen viele.

Einmal im Jahr…

Für Sie alle meine besten Wünsche:

Täglich ein paar frische Strümpfe,

immer etwas Gutes zu Essen,

Prosecco nicht vergessen,

zum Dessert viel Musik und Lachen,

auch mal was Verrücktes machen,

Gottes Segen und Erbarmen,

liebende Arme die Sie umarmen,

und eine lange, lange Zeit

in Liebe verbunden zu Zweit.

Zeitverschwendung

„Bitte bleiben sie am Apparat.“

Hätten sie sich diese Worte nur gespart.

„Der nächste freie Mitarbeiter ist für sie da.“

Was für ein nutzloses Bla-bla-bla.

„Drücken sie die Taste eins, zwei, drei oder vier…“

Dies hier dauert länger, ich hol‘ mir ein Bier.

Arztpraxen haben das Callcenter entdeckt.

Bis man einen Termin bekommt, ist man verreckt

wie ein Hund

oder wie durch ein Wunder wieder gesund.

Außer sie sind Privatpatient oder lukrativ erkrankt.

dann öffnen sich Türen: „Herzlich Willkommen und vielen Dank!“

Unverhofft

Rosen ohne Zahl

wachsen überall.

Unverhofft

sieht man sie oft.

In der engsten Straße

blühen sie vor unserer Nase.

Fürth ist eine Rosenstadt,

geh‘ mal spazieren und seh‘ dich satt.

Schon einmal „Dornröschens Haus“ geseh’n?

In der Kreuzgasse bleibst du staunend steh’n.

Der Stift

Manchmal sitz‘ ich bis tief in die Nacht,

der Stift in der Hand hält mich noch wach.

Manchmal sitze ich auch am Tage,

der Stift in der Hand wartet auf die Frage.

Manchmal sitze ich auch stumm,

der Stift in der Hand weiß nicht warum.

Manchmal höre ich mich laut lachen,

der Stift in der Hand schreibt vergnügliche Sachen.

Der Stift in der Hand, der bin ich.

Mal ernst, verletzlich und wieder vergnüglich.

Der Stift in der Hand um keinen Satz verlegen,

Papier zu beschreiben für mich ein Segen.