Seit ein paar Tagen träume ich von der Krippe, die mein Pate schuf,
als er wohnte in Gostenhof.
Er war Steinmetz und ein Grabstein
verletzte ihn schwer am Bein.
Danach war er schwerbehindert, was ihn nicht aufhielt.
Er war stets zu Unsinn aufgelegt.
Ab den 1. Advent baute er wochenlang.
Meiner Patin war’s manchmal schon bang,
denn seine Krippe war ein riesiges Ding,
mit einer Unmenge an Figuren darin.
Da er keinen Baum hochtrug,
bündelte er Zweige,
bis er hatte genug,
um den Baum an die Wand zu drapieren.
Danach ließ die Figuren aufmarschieren.
Er restaurierte den Stall aus Holz.
Für den Hintergrund bemahlte er stolz
ein Betttuch mit einer Landschaft,
voll Phantasie und Kraft.
Engel schwebten von der Decke.
Hirten lehnten in der Zimmerecke.
Auf dem Hügel ein Olivenhain,
Schafsherden zogen in ihn ein.
Josef hatte sein Werkzeug mit,
trotz des weiten Weges war fest sein Schritt.
Ochs und Esel lagen froh,
neben Jesus in der Krippe, auf echtem Stroh.
Maria schaute lieblich hold,
als die Könige brachten das Gold.
Nun bin ich bei der Karawane angelangt,
sie zog sich nicht nur entlang der ganzen Wand.
Nein, sie bewegte sich durch alle Zimmer,
bis zur Krippe hin, das vergeß‘ ich nimmer.
Flötenspieler, Tänzer, Trommelspiel
und Kamele sehr, sehr viel.
Sklaven führten sie am Halfter
täglich ein Stückchen weiter.
Ja, so ein Krippenspiel
machte auch mir ganz viel
Freude.
Heute
sind die Figuren verschollen.
Von Tränen verquollen
meine Träume.
Mehr als 15 Zentimeter groß war ein Kamel,
sie traten nie fehl.
Und in der Fern‘
leuchtet ein Stern…
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.