Schade, das Gläschen ist schon leer

Kann den Bleistift noch nicht halten,

musste mit der Linken schreiben,

denn die Rechte ist, seit dem wir gemampft,

immer noch um den Löffel verkrampft.

Nun, so kann es einem geh’n

und jetzt können wir mal seh’n,

ob es schmeckt,

was da im Gläschen steckt.

Früher füllte man das Dessert in edle Schalen.

Heute wird es geschichtet in schmalen

Marmeladengläschen,

Zimtduft umschmeichelt unsere Näschen.

Die Basis bildet stets

ein Krümelkeks

und er ist mit Flüssigem getränkt.

Hängt

da nicht in der Luft

der Duft

von Alkohol?

Ist dies zu unserem Wohl?

Der cremige Inhalt schmiegt sich weich an den Gaumen

und fühlt sich klebrig an meinen Daumen.

Nach der ersten Analyse

düste

ich in die Küche, um Löffel zu finden,

die sich in das schmale Gläschen winden.

Im Wechsel wird mit Limonadenlöffeln „gefischt“

so dass, jeder vom köstlichem Ganzen etwas erwischt.

Kleinkinder stecken ihr Näschen

neugierig ins kleine Gläschen.

Nun machen auch die Großen mit,

naschen aus dem Gläschen und löffeln sich fit.

Liebe Nachbarin, wir sagen danke

und wanken

noch verzückt hin und her.

Wie schade, das Gläschen ist schon leer.

Guten Morgen

Lieber Gott, ich muss mich heute morgen sortieren.

Mein Gehirn krabbelt buchstäblich auf allen Vieren.

Als hätten sie größenwahn,

fahren meine Gedanken achterbahn.

Rasen durch meine Gehirnwindungen

ohne auf meine Empfindungen

Rücksicht zu nehmen

und dies ohne sich zu schämen.

Zuerst sollte ich etwas essen,

Kaffee nicht vergessen,

ein in paar Wörter schreiben,

mir ein Schinkenbrot einverleiben,

mich waschen und zähneputzen,

die Toilette benutzen,

etwas turnen für die Beweglichkeit,

dann schlüpfen in das Hauskleid.

Nun bunte Wäsche waschen und aufhängen,

dazwischen zum telefonieren ans Telefon rennen,

mir ein feines und gutes Essen kochen

und dann, ja dann laß ich ins Theaterlabor locken.

Ich fahre mit Bus und U-Bahn,

das letzte Stück zu Fuß dann,

dazwischen immer eine Pause

und in der Nacht mit dem Taxi nach Hause.

Und komme ich gut gelaunt nach haus,

breite ich im Bett meine Gedanken aus.

Der Tag ist vorüber und dies ganz flott.

Danke für all das Schöne, gute Nacht lieber Gott.

Den Gang entlang…

Ich übte heute Rückwärts gehen.

Das ist schwerer, als still zu stehen.

Fortbewegung umgekehrt,

ist diese Mühe etwas wert?

Aber ja, ein Schritt zurück

oder zur Seite ein Stück,

eröffnet mir weitere Möglichkeiten

und kann dabei prima mit meinen Körper streiten.

Mein Gehirn macht nicht viel von allein.

Ständig füttere ich etwas hinein.

Heute dies und morgen das,

dazu täglich auch ein wenig Spaß,

denn ohne Belustigung

bringt uns der Ernst des Lebens um.

Was hat mir heute besonders gefallen?

Konnte mich mit den Zehen im Teppich festkrallen.

Tat schmunzelnd ein Glas Prosecco genießen

und sah meinen Bart zu, beim Sprießen.

Befreit zog ich meine Schuhe aus,

als ich am Nachmittag kam nach Haus.

Habe summend den Wohnblock umrundet.

Die Weintrauben haben mir gut gemundet.

Hätte gerne noch ein wenig geträumt ,

doch irgendwie habe ich die Stille versäumt.

Wünsche Ihnen allen einen schönen Tag,

das Träumen hole ich jetzt nach.

Prost, zum Wohl‘

Gehts alle auf die Seit’n

die Kärwa will sich ausbreit’n.

Diesmal ist sie spät dran.

Sie fängt erst am 3. Oktober an.

Die Innerstadt gesperrt 12 Tage,

Auto- und Busfahren viel Müh und Plage.

Bald dreht sich munter das Riesenrad.

Der Magen im Spagat

zwischen Sardinenweckla,

Zuckermandeln und Bratwurst im Weckla.

Mit reichlich Bier dreht man dann seine eigenen Kapriolen

und man sieht sich manchmal verstohlen

um, nach dunklen Ecken,

möcht‘ den Mageninhalt gut verstecken.

Es ist schon erstaunlich, was ein Magen

so alles kann ertragen

und sitzt man dann im Karussell…

Dann leert der Magen sich manchmal ganz schnell.

Na, dann Prost zum Wohl‘,

mit und ohne Alkohol.

Es brummt der Gummibär

Die Tüte kommt gemütlich daher.

Schnell ist sie aufgerissen

und dem ersten Bären der Kopf abgebissen.

Oh diese Süße extrafein.

Meine Finger greifen in die Tüte hinein

und suchen sich eine Farbe…

Oh weh, nun hat dieser eine Narbe.

Dem Roten fehlt jetzt ein Bein.

Sein Pech, mir schmeckte es fein.

Ich fische mir noch mehr dazu.

Wenn alle sortiert sind, gebe ich ruh‘.

Ich esse die Bären heute nicht alle.

Die Hälfte kommt in die Tupperfalle,

meine Süßkramdose –

sonst wird zu eng mir meine Hose.

Seit Wochen lag die Tüte im Schrank.

Nun liegen meine Nerven blank

und ein paar Gummibärchen am Tisch –

Nervennahrung aus der Tüte gefischt.

Rot, Gelb, Weiß, Orange und Grün…

Sie brummend über’n Tisch ziehen

und ich sollte nicht vergessen,

sie nach dem Spielen aufzuessen.

Ich tippe und schmatze, schmatze und tipp,

beim Bärchenessen schreibe ich fit.

Und dazu noch ein paar Trauben,

die kann ich aus dem Schüsselchen klauben.

Auf Wiederlesen, hier steppt der Bär .

Brummend und tanzend kommt er daher…