Es brummt der Gummibär

Die Tüte kommt gemütlich daher.

Schnell ist sie aufgerissen

und dem ersten Bären der Kopf abgebissen.

Oh diese Süße extrafein.

Meine Finger greifen in die Tüte hinein

und suchen sich eine Farbe…

Oh weh, nun hat dieser eine Narbe.

Dem Roten fehlt jetzt ein Bein.

Sein Pech, mir schmeckte es fein.

Ich fische mir noch mehr dazu.

Wenn alle sortiert sind, gebe ich ruh‘.

Ich esse die Bären heute nicht alle.

Die Hälfte kommt in die Tupperfalle,

meine Süßkramdose –

sonst wird zu eng mir meine Hose.

Seit Wochen lag die Tüte im Schrank.

Nun liegen meine Nerven blank

und ein paar Gummibärchen am Tisch –

Nervennahrung aus der Tüte gefischt.

Rot, Gelb, Weiß, Orange und Grün…

Sie brummend über’n Tisch ziehen

und ich sollte nicht vergessen,

sie nach dem Spielen aufzuessen.

Ich tippe und schmatze, schmatze und tipp,

beim Bärchenessen schreibe ich fit.

Und dazu noch ein paar Trauben,

die kann ich aus dem Schüsselchen klauben.

Auf Wiederlesen, hier steppt der Bär .

Brummend und tanzend kommt er daher…

Leise in der Nacht…

Getragen vom Wind

wandern Töne geschwind

an der Hauswand entlang,

um dann

durch Fensterritzen zu schweben

und auf meinen Schreibtisch zu zu streben.

Hier erhalten sie Aufmerksamkeit.

Sie plustern sich auf mit Lässigkeit.

Im Nu

höre ich ihnen zu.

Schenke ihnen ein neues Leben,

lass‘ sie auf dem Papier aufleben.

Ein Surren, Sumsen, Brausen, Sausen,

irgendwo höre ich Wasser rauschen.

Es kommen im Nu

weitere Hausgeräusche mit dazu.

Im Hintergrund stampft es leise, tagein, tagaus

im Haus

oder nur bei mir?

In meinem Kopf oder auf dem Papier?

Mein Gatte hört es auch in der Nacht,

es hat uns noch nie um den Schlaf gebracht.

Wenn wir beide es hören, dann ist das Geräusch real

und wir überdenken es nicht noch einmal.

Die Nachbarn heute sehr aktiv,

irgendwo hängt der Haussegen schief.

Das Kleinkind testet seine Stimme

und schleudert, wie über Kimme

und Korn,

laute Schreie nach vorn.

Der große Sohn denkt, dass Mama

nur für ihn da.

So ruft er auch nachts um drei,

Mama laut herbei.

Nun ist Gekicher angesagt,

welch‘ ein lebhafter Menschenschlag.

Der Flughafen erwacht nun zum Leben,

Flugzeuge auf und nieder schweben,

natürlich geht kein Flugzeug leise

auf die große Reise.

Meine Augenlieder

fallen hernieder.

Die Teetasse leer.

Meine Glieder schwer.

Die Heizung rauscht wie mein Tinnitus…

Gute Nacht, schlaft gut, für heute Schluss.

Es naht der Herbst

Leise zieht der Sommer davon.

Im Schlepptau schon

die Wolkenbank.

In den Schrank

wandern die Sandalen.

Ach wie schön sie waren

die letzten Sommertage,

für manchen noch eine Plage.

Obwohl die Morgenluft schon würzig

floß der Aperol spritzig,

nachmittags in Cocktail-Laune.

Bald bläst das Sturmtief in seine Posaune.

Die Kärwa rückt näher,

die ersten Späher

melden schon: „Ja mei,

die Freiheit bald autofrei.“

Enten flogen am Himmel vorüber.

Mein Schutzengel singt Herbstlieder.

Des Mondes Silberfäden fangen Spinnen ein

und weben Netze, ganz fein…

Ein aktueller Wortschwall

Leise hüpfen meine Finger

von Buchstabe

zu Buchstabe.

Zögerlich,

weil ich

noch zwischen den Zeilen

möchte verweilen.

Manchmal suche ich nach einem Thema.

Ich will ja nicht immer nach dem F-Schema

verfahren, sondern Neuland betreten.

Lieber über Aktuelles reden,

als im Garten Eden

der Schlange wiederholt den Apfel rauben

und dann auch noch die Faulen auf zuklauben.

Doch manchmal sind Neuigkeiten rar

und ich frage mich, was mach ich da?

Dann sauge ich mir eine Geschichte aus den Fingern.

Sie wissen schon, das sind die komischen Dinger

am Ende der Hand,

zwischen denen sich oft mein Bleistift befand.

Am Tablet ist es nicht so leicht.

Die Verbindung zum Gehirn eher seicht.

Das Tippen verhindert das stetige Fließen.

Es ist eher, als würde ich niesen

und die Worte als Schwall ausspucken,

bevor sie als Satz zusammen rucken.

Heute kommt nicht Mal ein Schwall.

Denn im Hause rollt der Ball .

Ich horche und habe das Gefühl,

eine Bowlingkugel rollt durch das Gewühl

von Holzbausteinen

und Kinderbeinen.

Nun hüpft die Kugel fleißig auf und ab –

ja das Nachbarskind hält uns auf Trapp.

Bürgerbelustigung

Vor meinem Fenster rollt der Bagger,

dazu lautes Metallgeklapper.

Piep-piep-piep im Rückwärtsgang,

alle Kipplaster fahren hier entlang.

Die Kreissäge kreischt in Monotonie

durch den Asphalt in aller Früh.

Wohin ich geh‘ ein Bauzaun

mit Blinklichter – ein Albtraum.

Ich bin schon froh,

wenn ich irgendwo

in meiner Nähe

einen Bus in die Stadtmitte erspähe.

Umleitungen, Bürgerbelustigung der besonderen Art –

wer diese wohl geplanet hat?