Den Gang entlang…

Ich übte heute Rückwärts gehen.

Das ist schwerer, als still zu stehen.

Fortbewegung umgekehrt,

ist diese Mühe etwas wert?

Aber ja, ein Schritt zurück

oder zur Seite ein Stück,

eröffnet mir weitere Möglichkeiten

und kann dabei prima mit meinen Körper streiten.

Mein Gehirn macht nicht viel von allein.

Ständig füttere ich etwas hinein.

Heute dies und morgen das,

dazu täglich auch ein wenig Spaß,

denn ohne Belustigung

bringt uns der Ernst des Lebens um.

Was hat mir heute besonders gefallen?

Konnte mich mit den Zehen im Teppich festkrallen.

Tat schmunzelnd ein Glas Prosecco genießen

und sah meinen Bart zu, beim Sprießen.

Befreit zog ich meine Schuhe aus,

als ich am Nachmittag kam nach Haus.

Habe summend den Wohnblock umrundet.

Die Weintrauben haben mir gut gemundet.

Hätte gerne noch ein wenig geträumt ,

doch irgendwie habe ich die Stille versäumt.

Wünsche Ihnen allen einen schönen Tag,

das Träumen hole ich jetzt nach.

Prost, zum Wohl‘

Gehts alle auf die Seit’n

die Kärwa will sich ausbreit’n.

Diesmal ist sie spät dran.

Sie fängt erst am 3. Oktober an.

Die Innerstadt gesperrt 12 Tage,

Auto- und Busfahren viel Müh und Plage.

Bald dreht sich munter das Riesenrad.

Der Magen im Spagat

zwischen Sardinenweckla,

Zuckermandeln und Bratwurst im Weckla.

Mit reichlich Bier dreht man dann seine eigenen Kapriolen

und man sieht sich manchmal verstohlen

um, nach dunklen Ecken,

möcht‘ den Mageninhalt gut verstecken.

Es ist schon erstaunlich, was ein Magen

so alles kann ertragen

und sitzt man dann im Karussell…

Dann leert der Magen sich manchmal ganz schnell.

Na, dann Prost zum Wohl‘,

mit und ohne Alkohol.

Es brummt der Gummibär

Die Tüte kommt gemütlich daher.

Schnell ist sie aufgerissen

und dem ersten Bären der Kopf abgebissen.

Oh diese Süße extrafein.

Meine Finger greifen in die Tüte hinein

und suchen sich eine Farbe…

Oh weh, nun hat dieser eine Narbe.

Dem Roten fehlt jetzt ein Bein.

Sein Pech, mir schmeckte es fein.

Ich fische mir noch mehr dazu.

Wenn alle sortiert sind, gebe ich ruh‘.

Ich esse die Bären heute nicht alle.

Die Hälfte kommt in die Tupperfalle,

meine Süßkramdose –

sonst wird zu eng mir meine Hose.

Seit Wochen lag die Tüte im Schrank.

Nun liegen meine Nerven blank

und ein paar Gummibärchen am Tisch –

Nervennahrung aus der Tüte gefischt.

Rot, Gelb, Weiß, Orange und Grün…

Sie brummend über’n Tisch ziehen

und ich sollte nicht vergessen,

sie nach dem Spielen aufzuessen.

Ich tippe und schmatze, schmatze und tipp,

beim Bärchenessen schreibe ich fit.

Und dazu noch ein paar Trauben,

die kann ich aus dem Schüsselchen klauben.

Auf Wiederlesen, hier steppt der Bär .

Brummend und tanzend kommt er daher…

Leise in der Nacht…

Getragen vom Wind

wandern Töne geschwind

an der Hauswand entlang,

um dann

durch Fensterritzen zu schweben

und auf meinen Schreibtisch zu zu streben.

Hier erhalten sie Aufmerksamkeit.

Sie plustern sich auf mit Lässigkeit.

Im Nu

höre ich ihnen zu.

Schenke ihnen ein neues Leben,

lass‘ sie auf dem Papier aufleben.

Ein Surren, Sumsen, Brausen, Sausen,

irgendwo höre ich Wasser rauschen.

Es kommen im Nu

weitere Hausgeräusche mit dazu.

Im Hintergrund stampft es leise, tagein, tagaus

im Haus

oder nur bei mir?

In meinem Kopf oder auf dem Papier?

Mein Gatte hört es auch in der Nacht,

es hat uns noch nie um den Schlaf gebracht.

Wenn wir beide es hören, dann ist das Geräusch real

und wir überdenken es nicht noch einmal.

Die Nachbarn heute sehr aktiv,

irgendwo hängt der Haussegen schief.

Das Kleinkind testet seine Stimme

und schleudert, wie über Kimme

und Korn,

laute Schreie nach vorn.

Der große Sohn denkt, dass Mama

nur für ihn da.

So ruft er auch nachts um drei,

Mama laut herbei.

Nun ist Gekicher angesagt,

welch‘ ein lebhafter Menschenschlag.

Der Flughafen erwacht nun zum Leben,

Flugzeuge auf und nieder schweben,

natürlich geht kein Flugzeug leise

auf die große Reise.

Meine Augenlieder

fallen hernieder.

Die Teetasse leer.

Meine Glieder schwer.

Die Heizung rauscht wie mein Tinnitus…

Gute Nacht, schlaft gut, für heute Schluss.

Es naht der Herbst

Leise zieht der Sommer davon.

Im Schlepptau schon

die Wolkenbank.

In den Schrank

wandern die Sandalen.

Ach wie schön sie waren

die letzten Sommertage,

für manchen noch eine Plage.

Obwohl die Morgenluft schon würzig

floß der Aperol spritzig,

nachmittags in Cocktail-Laune.

Bald bläst das Sturmtief in seine Posaune.

Die Kärwa rückt näher,

die ersten Späher

melden schon: „Ja mei,

die Freiheit bald autofrei.“

Enten flogen am Himmel vorüber.

Mein Schutzengel singt Herbstlieder.

Des Mondes Silberfäden fangen Spinnen ein

und weben Netze, ganz fein…