Mit Gottes Segen ins neue Jahr

Gib die Hoffnung niemals auf.

Jeden Morgen beginnt ein neuer Tag seinen Lauf.

Hinter den Wolken scheint die Sonne immer hell.

Der Mond ist zur Stell‘

in jeder Nacht,

mit seiner Sternenpracht.

Gott hört uns immer zu,

Tag und Nacht ohne Ruh.

Das Gras im Frühling wieder grün.

Gänseblümchen werden blüh’n.

Der Regen wäscht Tränen ab im Nu.

Der Schnee deckt uns mit Stille zu.

Gott hält uns in seinen Armen,

Gottes Segen und Erbarmen.

Als meine Oma noch lebte, sagte sie zu mir: „Gottes Segen passt immer.“

Der Meinung bin ich auch. Bis nächsten Freitag.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Krippenbaustelle

Seit ein paar Tagen träume ich von der Krippe, die mein Pate schuf,

als er wohnte in Gostenhof.

Er war Steinmetz und ein Grabstein

verletzte ihn schwer am Bein.

Danach war er schwerbehindert, was ihn nicht aufhielt.

Er war stets zu Unsinn aufgelegt.

Ab den 1. Advent baute er wochenlang.

Meiner Patin war’s manchmal schon bang,

denn seine Krippe war ein riesiges Ding,

mit einer Unmenge an Figuren darin.

Da er keinen Baum hochtrug,

bündelte er Zweige,

bis er hatte genug,

um den Baum an die Wand zu drapieren.

Danach ließ die Figuren aufmarschieren.

Er restaurierte den Stall aus Holz.

Für den Hintergrund bemahlte er stolz

ein Betttuch mit einer Landschaft,

voll Phantasie und Kraft.

Engel schwebten von der Decke.

Hirten lehnten in der Zimmerecke.

Auf dem Hügel ein Olivenhain,

Schafsherden zogen in ihn ein.

Josef hatte sein Werkzeug mit,

trotz des weiten Weges war fest sein Schritt.

Ochs und Esel lagen froh,

neben Jesus in der Krippe, auf echtem Stroh.

Maria schaute lieblich hold,

als die Könige brachten das Gold.

Nun bin ich bei der Karawane angelangt,

sie zog sich nicht nur entlang der ganzen Wand.

Nein, sie bewegte sich durch alle Zimmer,

bis zur Krippe hin, das vergeß‘ ich nimmer.

Flötenspieler, Tänzer, Trommelspiel

und Kamele sehr, sehr viel.

Sklaven führten sie am Halfter

täglich ein Stückchen weiter.

Ja, so ein Krippenspiel

machte auch mir ganz viel

Freude.

Heute

sind die Figuren verschollen.

Von Tränen verquollen

meine Träume.

Mehr als 15 Zentimeter groß war ein Kamel,

sie traten nie fehl.

Und in der Fern‘

leuchtet ein Stern…

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Es klingelt der Advent

Laut oder leise klingelt der Advent

und ich renn‘

in die andere Richtung,

denn ich finde keinerlei weihnachtliche Dichtung.

Mir ist so unheilig zumute.

Wenn ich mich nicht spute,

schreib‘ ich dann

nicht mal an den Weihnachtsmann.

Backe kein Hefebrot,

ein gekauftes tut’s zur Not.

Einen Stollen

kann ich vom Bäcker heimrollen.

Enten und Gänse lass ich leben.

Süße Plätzchen mir den Magen verkleben.

Ein Freund bäckt

mit dem Internet um die Wett‘

und präsentiert Plätzchen, Blech um Blech.

Naja, das ist mir zu viel, sowas mag ich net.

Ein Nachbar im Haus bäckt auch und ich denk‘,

ich warte mal ab, ob man mir Plätzchen schenkt.

Mein Schatz hat Spekulatius gebracht,

diese knabber ich Nacht für Nacht

und Mandarinen,

die mag ich lieber als Apfelsinen.

So verging der erste Advent,

der Zweite auch bald rennt.

Der Dritte tanzt sich schon warm

und der vierte versprüht seinen Charme.

Ich drehe mich ein paarmal um mich herum –

ups, der Advent schon wieder um.

Die Nacht dunkel und kalt.

Ich bin unterwegs in meinem Buchstabenwald.

Verstreue etwas Tannengrün,

mit ein paar goldenen Zapfen drin.

Vielleicht finde ich noch eine Kerze.

Ohohoho, ich glaub‘ ich scherze.

Wenn mein Lametta frisch gebügelt,

wird das Wohnzimmer versiegelt

und wartet auf den zarten Glockenton…

„Aus, aus! Wer glaubt mir das schon.“

Geräusche zur Nacht

Leise,

ganz leise

ist es um mich herum im Moment.

Höre wie der Uhrzeiger rennt

und tickt

wie verrückt.

Es sind sogar drei Uhren

und streuten sie Spuren

von Sand ins Getriebe,

so bliebe

doch keine stehen,

da alle unterschiedlich gehen.

Gehe ich der Uhrenbewegung auf den Grund,

frage ich: „Und

warum gehen?

Im Regal sie doch nur herum stehen.

Gehen, können sie nur mit mir,

wenn ich sie trage bei mir.“

Huch, bin ich heute kleinlich,

ist schon fast peinlich.

Die eine Uhr tickt nur leise in der ersten halben Minute.

Die andere rennt und hüpft dabei, als wenn sie sich spute.

Zusammen beleben sie heute meine Nacht,

in der noch andere Geräusche entfacht.

Der Bus ist gerade gekommen.

habe mehrere Stimmen vernommen.

Kinder und den Ruf nach Mama,

hörte ich da.

Auch dreht so mancher Nachbar zur Stunde

mit dem Hund noch eine Runde.

Der dritte Wecker nun verkündet,

dass die erste Hälfte der Nacht bald verschwindet

und läd mich ein das Bett aufzusuchen.

Der Musik nach meint er, ich solle mich sputen.

15 Minuten lang klimpert er unentwegt,

doch keinen Zentimeter er sich bewegt.

Meine Uhren sind ein Hörgenuss

und damit ist für heute Schluss.

Doch halt,

durch einen Fensterspalt

dringt nun reger Autoverkehr

und mehr

und mehr Reifengesang

schlängelt sich am Asphalt entlang.

und entfacht eine unvergleichliche Melodie zur Nacht.

Sachte, ganz sacht schreitet voran die Nacht.