Der Winter hat uns fest im Griff

Die Heizung rauscht ohne Ende.

Ich warte auf die Frühjahrswende.

So eine Kälte nicht von Nöten.

Sie kostet nur viel zu viele Kröten.

Nun ist es Nacht,

der Mond erwacht.

Die Eiszapfen

dürfen nun wachsen.

Eisblumen sprießen,

auch ohne gießen.

Der Flamingo an der Autobahn

will per Anhalter in den Süden fahr’n.

Die Störche, die hiergeblieben,

werden im Herbst wieder in den Süden fliegen.

Weil in Deutschland unverhofft,

im Winter wieder länger Frost.

Mein Engelchen kocht, mit frostiger Miene,

sich eine 5-Minuten-Terrine.

Ich trinke Tee und kommt zum Schluss.

Engelchen sendet einen Kuss.

Gute Nacht, halb erfroren

zieh‘ ich die Decke mir über die Ohren

und träume von milder Frühlingsluft,

mit ganz viel Fliederduft…

Gedankenspiele

Manchmal frage ich mich,

ob dies nun alles ist,

und ob ich das Alles auseinander zerren könnte,

wenn ich es drehen würde oder es wende.

Gedacht,

getan,

ich steh‘ nicht herum.

Vorsichtig schlichte ich ganz langsam alles um.

Bin neugierig, was dabei entsteht

und wie und ob es weitergeht.

Öffne Fenster, kratze an Türen,

greife nach Leben und will noch etwas probieren.

Musik passt immer

Ich lieb‘ Musik, wo die Gitarre rockt.

Mit Santana hab‘ ich mich noch nie verzockt.

Mit dem Jazz reise ich durch Zeit und Raum,

ein Jazzkonzert – mein Sommernachtstraum.

Mick Jagger, mein „Rollender Stein“,

jederzeit lass‘ ich mich mit ihm ein.

Mit der Band Nirwana,

rauchend durch mein Seelendrama.

Mit Countrymusik tanzte ich die Line.

Beim Walzer tanze ich nicht allein.

Mit Klassik, ich mach keine Witze,

stand ich an der Stange Spitze.

Orientalische Musik,

da tanze ich jederzeit mit.

Und zum Schluss,

umarmt und küsst mich lange der Blues.

Frau Holle schüttelt ihre Kissen

All die Jahre wenig Schnee,

die meisten fanden dies ok.

An ein Schneechaos hatte doch keiner gedacht,

dass es in einer Nacht

soviel schneit, wie in den letzten Jahren zusammen.

Die Bayern wollten Petrus verbannen

und Aloisius mit dazu,

nix Hosianna, sie woll’n ihre Ruh.

Das konnten die Bayern nun habe‘.

Waren eingeschneit für die kommenden Tage.

Kein Flug,

kein Zug, keine Tram –

2023 hatte es sich ausgefahr’n.

Wer wusste schon,

ob er hatte Strom?

Da konntest du nur hoffen,

niemand lies den Gefrierschrank offen.

Mit Strom hatte der Fernseher Hochkonjunktur,

lief im Dauerlauf rund um die Uhr.

In Franken ging es moderat noch zu.

War fast mit jeder Schneeflocken per du,

die an mein Fenster klopfte und pochte,

bevor sie in den Rasen tropfe.

Dort türmten sie sich auf oder machten sich breit

und dann war alles verschneit.

Schneechaos, in diesem Sinn,

heute bleib‘ ich bleib drin.

Frau Holle schüttelt ihre Kissen,

ich lege mich heute Abend dazwischen.

Mit viel Ruhe

Leise, ganz leise zogen vorbei die Feiertage:

Ohne Schnee und Arbeitsplage,

ohne Hast und mit viel Ruh‘,

ohne Gäste, Türe zu.

Ohne große Kocherei –

wir waren ja nur Zwei.

Ein paar Geschenke zum Verteilen.

Wir brauchten nirgendwo hin eilen.

Wir beide waren damit zufrieden.

Soviel Ruhe sollte einem liegen.

Ausschlafen bis in die Puppen,

zum Frühstück gab’s Nudelsupp’n.

Und dann?

Faltete ich mich wieder zusamm‘

und war wieder weg, im Traumland,

wo ich meinen Weihnachtsbaum fand.

Ab und zu schrieb ich ein paar Sätze,

die ich zu einem Brief vernetzte,

auf japanischen Briefpapier,

dies lag zum Beschreiben vor mir.

Ein Pfund Plätzchen brachten die Nachbarn vorbei.

Etwas Sekt noch nebenbei.

Wir schenkten uns Bücher zum Lesen.

Und so ist es gut gewesen .