Getragen vom Wind
wandern Töne geschwind
an der Hauswand entlang,
um dann
durch Fensterritzen zu schweben
und auf meinen Schreibtisch zu zu streben.
Hier erhalten sie Aufmerksamkeit.
Sie plustern sich auf mit Lässigkeit.
Im Nu
höre ich ihnen zu.
Schenke ihnen ein neues Leben,
lass‘ sie auf dem Papier aufleben.
Ein Surren, Sumsen, Brausen, Sausen,
irgendwo höre ich Wasser rauschen.
Es kommen im Nu
weitere Hausgeräusche mit dazu.
Im Hintergrund stampft es leise, tagein, tagaus
im Haus
oder nur bei mir?
In meinem Kopf oder auf dem Papier?
Mein Gatte hört es auch in der Nacht,
es hat uns noch nie um den Schlaf gebracht.
Wenn wir beide es hören, dann ist das Geräusch real
und wir überdenken es nicht noch einmal.
Die Nachbarn heute sehr aktiv,
irgendwo hängt der Haussegen schief.
Das Kleinkind testet seine Stimme
und schleudert, wie über Kimme
und Korn,
laute Schreie nach vorn.
Der große Sohn denkt, dass Mama
nur für ihn da.
So ruft er auch nachts um drei,
Mama laut herbei.
Nun ist Gekicher angesagt,
welch‘ ein lebhafter Menschenschlag.
Der Flughafen erwacht nun zum Leben,
Flugzeuge auf und nieder schweben,
natürlich geht kein Flugzeug leise
auf die große Reise.
Meine Augenlieder
fallen hernieder.
Die Teetasse leer.
Meine Glieder schwer.
Die Heizung rauscht wie mein Tinnitus…
Gute Nacht, schlaft gut, für heute Schluss.